Gedichte

Hier finden Sie eine kleine Auswahl meiner Gedanken und Gedichte.
Warum ich schreibe?
Das Gehörte, Gesehene, Gefühlte zu verinnerlichen.
Schreiben, ist für mich "Leben".
Am 13.07.2015 habe ich den Poesie Award von Birgitta Zörner verliehen bekommen.
Ein Wertschätzung, die ich zu schätzen weiß, und die mich sehr freut!



In Liebe

Viele Jahre ist es her,
da sagten wir uns ja.
Ich hab dich lieb
sprach einst mein Herz
als ich zum ersten Mal dich sah.
Geblieben sind die süßen Schmerzen
nach dieser langen Zeit
sie sind nur tiefer noch im Herzen
ich hoffe bis in Ewigkeit.

© Edith Maria Bürger
8.07.1994


Geleitwort

Nietzsches Worte:
"Wir haben die Kunst, um an der
Wahrheit nicht zu Grunde zu gehen".
Ich möchte anknüpfen, dass das weite
Feld der Kunst, und gerade die Kunst
des Schreibens, der Wahrheit auch
kritisch ins Auge zu sehen, sie in der
Tiefe der Seele verarbeiten zu können,
um neues objektives Denken, Fühlen
und Handeln in die Realität umzusetzen,
möglich machen kann. Die aus der Lyrik
resultierenden lichtvollen Erkenntnisse und
Betrachtungen transparent zu machen,
sie zu transportieren, einen Nachklang zu
hinterlassen, ist das eine Ziel.
Den Leser und Hörer auf eine Gedankenreise
zu schicken ist das andere, um sich
auf eine eigene, innere Spurensuche
zu begeben.

(C) Edith Maria Bürger


Ich sollte jetzt...

Ich sollte jetzt gehen,
so lautlos,
wie der Sommer ging
und hinten im
heimelnden Hof
den Winkel besetzen,
wie ein Gefährt,
das mich jenseits bringt,
dort, wo das Blühen
den Himmel erreicht,
stiehlt sich die
Wehmut davon
und Ölbäume
salben das Herz.

(C) Edith Maria Bürger



Wandelbar

Gib mir die Mandel,
ich will  ihr Süße sein!
Die Zeit und wir im Wandel,
begleitend ohne heiligen Schein,

der von Bitternis zernagt,
ein Hauch nur in sich trägt,
der Glaube, der sich selbst vertagt,
und dennoch Göttliches erwägt,

lässt Äußeres nicht gelten.
Der Kern als solches hadert nicht,
mit sich und seinen Welten,
so zeigen wir uns selbst Gesicht,

mit weicher Hülle, wie die Mandel,
die geneigt ist jedem Wind,
dass  wir gerecht dem Wandel,
dem Kern die Süße sind.

© Edith Maria Bürger


Mantel der Liebe

Was wär' ich ohne dich,
ohne dieses Sehnen ?
Was wär' ohne dich,
ohne diese Wärme ?
Beschützend,
einem Mantel gleich,
geteilt mir dir,
gehen wir mit ihm
unseren Weg.
Verschlissen mag er sein,
nur äußerlich,
für andere Augen,
jedoch für uns -
in Dankbarkeit,
jahrzehnte lang getragen.

(C) Edith Maria Bürger


Die Hände deiner Mutter

Die Liebe einst zu dir,
sie damals liebevoll begann,
als du ganz zaghaft hast versucht,
anzuklopfen, irgendwann.
Ja, deine Mutterhände,
sie hatten zärtlich dich berührt,
so hattest du in dieser Zeit,
sehr viel Wärme schon verspürt.
Neun Monde ruhtest du,
von Dunkelheit umgeben,
wie in finsterer Nacht,
es ließ zum hellen Licht dich streben,
ehe sie`s gedacht.
Ach, wie war sie doch beglückt,
und ihre Hände hatten dich,
gleich an ihr Herz gedrückt.
Weißt du noch aus Kindertagen?
Sie stellte niemals große Fragen,
wenn du dabei warst zu verzagen,
und du oft traurig warst,
und hast geweint,
dann hatten ihre Hände,
mit deinen sich vereint.
Nicht nur mit Worten
sie zur Ruhe dich beschwörte,
das Streicheln ihrer Hände,
doch immer auch dazu gehörte.
Nun hängen deine Kinderschuh `,
als Zierde an der Wand,
erwachsen wurdest du im Nu,
doch sie hält weiterhin
beschützend über dich die Hand.
Ja, deine Mutterhände,
die nimmer wollen ruh`n,
dich immer still umwerben,
sie würden alles für dich tun.
Nicht nur mit ihrer starken Hand,
sie würde für dich sterben.

© Edith Maria Bürger


Auferstehung

Noch liegt die Erde brach
vermag nur kühl zu sein
noch nicht zu wärmen.
Mit jungfräulichem
Auferstehungsgefühl
den ersten Spross freigebend
ergreift sie von ihrer Zeit Besitz
und erweckt in uns neue Träume.

© Edith Maria Bürger  


Ende und Anfang

Schneewehen
zerfallen zu Tränen
im Rinnsal vereint
auf dem Weg in die
Vergänglichkeit.
Dazwischen
die Dürstenden
jeden Tropfen verschlingend
beschützen
Ende und Anfang zugleich
und die Zeit flieht nicht
vor dem Augenblick
des Erwachens.

© Edith Maria Bürger


Schwelbrand

Als sei ein Wort
untilgbar.
Lippen dürstend
im Morgengespinst.
Ein Flüsterton
verborgen im Strauch
von heimlicher Liebe
die scheinbar verraucht.
Wer weiß –
etwas Bleibendes
schwelt
in den Dornen.

(C) Edith Maria Bürger


Der Liebe willen

Ich bin, und dennoch bin ich nicht.
Ich bin nicht Wein, der in den Reben
sich in der Sonne Strahlen bricht,
und mit der Süße Kern im Schweben,

nach dem Genuss im heiteren Sinnen,
in mir ein fremdes Wesen schwingt,
das mich belächelt im Beginnen,
und mir die zweite Strophe singt.

Ich bin, und dennoch bin ich nicht.
Ich bin nicht Baum, der jedem Winde,
aus aller Richtung zeigt Gesicht,
und der im Schutze seiner Rinde,

der Stürme Abwehrketten stählt,
und des Blattes Fall im Träumen
den Weg des Unterholzes wählt,
um zarte Wurzeln zu umsäumen.

Ich bin, und dennoch bin ich Baum,
der in der Wurzel Nahrung sucht,
und der Äste Sonnen Traum,
der dieses Licht für sich verbucht.

Ich bin, und dennoch bin ich Wein,
der Trank der Liebe, der berauscht,
mit Sanftmut in des Herzens Keim,
der zarten Melodien lauscht,

und sich der Heiterkeit besinnt,
um sie im Seelenglück zu stillen,
das nie in Einsamkeit zerrinnt,
für uns, der Liebe willen.

© Edith Maria Bürger


Du bleibst in mir

Zum zweiten Mal
blüht der Rhododendron
inmitten der Fäulnis
mit Lust.
Maigrünes Blattwerk
umhüllt das zarte Rose`
das gen Himmel strebt
empfangend
jener Wärme Strahl
wie die Liebe die du
mir einst gegeben.
Ich sehe leuchten
dein Antlitz
das Nass meiner
Augen verjährt
und ich stehe vor offenen
Toren meines Traums
und liebe noch immer.

© Edith Maria Bürger


Lied des Herbstes

Bald streift des Sommers Atemstoß,
ein letztes Mal die grünen Hügel,
und Ast um Ast verzweigt zum Floß,
treibt nun flussabwärts ohne Zügel.

Die hellen Tage sind schon sinkend,
schleichend kommt der Herbst mit Schatten,
und welken Blättern traurig winkend,
des Sommers Bläue zu bestatten.

Nun stellt die Sichel sich dem Korn,
die Traube füllt als Wein das Fass,
das letzte Reifen strebt nach vorn,
hängt leuchtend Rot im kühlen Nass.

Doch all dem Bunten überdrüssig,
bedient der Herbst sich seiner Zeit,
wirft alles ab, was überflüssig,
und hüllt sich in Verschwiegenheit.

Und steile Winde zieh`n von Osten,
sie kehren Flure weit und breit,
die sonst so grünen Lauben rosten,
schon bald, vor deiner Ewigkeit.

(C) Edith Maria Bürger


Erblüht

Längst sind die Rosen
im Verblühen,
des Sommers Zeit
dem Abschied nah,
in mir der Rose gleich
ein Glühen,
bewusst,
was mir geschah.
Das Sehen, Fühlen
und Gedenken –
das Warten hatte sich gelohnt-
kann mir nur einer schenken
nur Er,
der in mir wohnt.

© Edith Maria Bürger


Grenzland

Zwischen den Zeiten
Dämmerung.
Verloren der Pfad
der Erinnerung.

Leichtfüßig war
dein Schritt auf ihm
und deinen Begegnungen
von denen ich aus
deinem Mund hörte.

Wenn unser Auge sich trifft
in deinem Gedächtnis
bin ich allein
im erkalteten Zimmer
das Türen aus Holz
zu Stein werden ließ
der dich bedeckt
bald
nach löblichem Singen.

(C) Edith Maria Bürger


Insel der Liebe

Stärker
als der verfügende
Verstand
drückt das rote
Siegel aufs Herz
ändert verschlüsselte
Zeichen
zum stummen Signal;
wir bleiben.

© Edith Maria Bürger


The day after
Gedanken zu Winnenden, Norwegen, München 22.7.2016

Schockgefroren ihre Glieder,
Verständnis, Achtung aufgehängt,
Choräle nun statt schöne Lieder,
des Menschen Seele angesengt.

Warum?, fragt sich des Menschen Geist,
der die Opfer still beweint,
die Trauer tiefe Wunden reißt,
der Schmerz sie stumm vereint.

Das Böse blühte in der Stille,
von niemandem bedacht.
Der mörderische Wille,
entstand nicht nur in einer Nacht.

Warum gab es nur taube Ohren,
Augen, Münder zugeschweißt?
Nun stehen wir verloren,
vor dem, was Tod verheißt.

Das Mahnen nun in unseren Köpfen,
es sollte nimmer ruh`n,
aus diesem Sinn zu schöpfen,
bereichert unser Tun.

Der, der sich im Hass vereist,
die Menschenwürde nie bedenkt,
der im Zorne sich verbeißt,
der wird auf falschem Pfad gelenkt.

Wer noch glaubt an Menschlichkeit,
und die Tugenden verehrt,
sie umsetzt auch in unserer Zeit,
verliert niemals an Wert!

© Edith Maria Bürger




Weitere Gedichte finden sich auf Seite 2



Zurück zur Übersicht