Gedichte

Hier finden Sie eine kleine Auswahl meiner Gedanken und Gedichte.
Warum ich schreibe?
Das Gehörte, Gesehene, Gefühlte zu verinnerlichen.
Schreiben, ist für mich "Leben".
Am 13.07.2015 habe ich den Poesie Award von Birgitta Zörner verliehen bekommen.
Ein Wertschätzung, die ich zu schätzen weiß, und die mich sehr freut!


Ein Bildnis für die Ewigkeit
Eine wahre Geschichte vom 18.12.02 um 17 Uhr 15

Noch eine Woche bis Weihnachten!
Es gab noch viele, kleine Dinge zu erledigen, damit das Fest für sie und ihre Familie harmonisch und ohne Stress verlaufen konnte. Daher war der Tag für sie sehr arbeitsreich gewesen.
Gegen 17 Uhr setzte sie sich bei einer guten Tasse Kaffee ins Wohnzimmer und ließ die Beine und die Seele baumeln. Ehe sie sich versah, war sie in dem bequemen Sessel eingenickt.
Kurz nach 17 Uhr schreckte sie mit einem Mal aus ihrem Dämmerschlaf hoch.
Es war so, als wenn sie jemand zu wecken versuchte. Doch niemand war im Hause, also wer sollte sie aufwecken? dachte sie. Leicht benommen blickte sie zum Fenster.
Es wird eine klare, kalte Nacht geben!
Ein leichtes Abendrot zeichnete in den Himmel zarte Farben. Die letzten Sonnenstrahlen paarten sich im leuchtenden Blau. Langsam schoben sich die Wolkenbänke auseinander und fügten sich dann zu einem Bild zusammen, das sie erstarren ließ. Dass, was sie sah, war unfassbar. Nicht phantasiegetrübt, sondern hellwach stand sie blitzschnell auf und begab sich zum Fenster, um dieses Bildnis, was sich ihr bot, näher zu betrachten:
Da war dieses Lächeln auf seinen Lippen. Die Lider halb geschlossen, schien er nach unten auf sein Werk zu sehen. Von unglaublicher Weichheit umrahmte sein Wolkenhaar das gütige Gesicht. Im langsam verbrämten Sonnenlicht öffnete er seine Augen und sah sie freundlich an. Ja, sie sah Göttliches, sie mild anstrahlend. Ihr Herz öffnete sich weit, indem sie dieses Bildnis in ihre Seele schloss.
Versonnen blickte sie durchs Fenster. Ganz sacht verschob sich die Wolkenformation und löste das Bildnis auf. In tiefer Ergriffenheit konnte sie das Geschehene kaum begreifen, aber fühlen. Sie war von einer Sanftheit und tiefer innerer Freude berührt worden, die sie bis heute gefangen hält.
Und sie ist überzeugt, dass „Er“ unter uns war, für Augenblicke, so greifbar nahe, wie nie zuvor.

© Edith Maria Bürger




Geleitwort

Nietzsches Worte:
"Wir haben die Kunst, um an der
Wahrheit nicht zu Grunde zu gehen".
Ich möchte anknüpfen, dass das weite
Feld der Kunst, und gerade die Kunst
des Schreibens, der Wahrheit auch
kritisch ins Auge zu sehen, sie in der
Tiefe der Seele verarbeiten zu können,
um neues objektives Denken, Fühlen
und Handeln in die Realität umzusetzen,
möglich machen kann. Die aus der Lyrik
resultierenden lichtvollen Erkenntnisse und
Betrachtungen transparent zu machen,
sie zu transportieren, einen Nachklang zu
hinterlassen, ist das eine Ziel.
Den Leser und Hörer auf eine Gedankenreise
zu schicken ist das andere, um sich
auf eine eigene, innere Spurensuche
zu begeben.

(C) Edith Maria Bürger


Das Licht in deiner Hand

Das Licht in deiner Hand,
trage es hinaus in die Welt,
in der Einsamkeit
und Verzweiflung Einzug hält,
Armut den Gipfel erreicht,
die Würde vor Mensch und Natur
sich dem Abgrund nähert.
Denn die Kraft und Wärme
zieht Kreise,
und endet nicht vor deiner Tür.

Das Licht in deiner Hand,
erhellt den Morgen, den Tag,
die Finsternis,
in denen das Wesentliche
einen Namen trägt:
Menschlichkeit.

© Edith Maria Bürger  






Es bleibt ein Hoffen

Wenn Liebe Herzen öffnet,
uns ein wenig frei macht
von Alltagssorgen,
und von Mensch zu Mensch
sich eine neue
Verständigung entwickelt,
dann hat das Hoffen auf Frieden
einen Schritt in die Zukunft getan.
Und das Wir, das Miteinander,
Füreinander, noch mehr an
Achtung gewinnt, so wächst
das Verständnis und die
Bereitschaft,
das Fest der Liebe
mit Liebe im Herzen
zu begehen.
Ganz still und leise...

© Edith Maria Bürger


Das Fenster zur Stille

Gestern noch konnt` ich es öffnen,
das Fenster zur Stille – ganz weit.
Gestern noch konnt`ich es öffnen,
zur Zeit der Besinnlichkeit.

Sah draußen die Schneeflocken gaukeln,
im Takte des säuselnden Windes,
sah Engel in Baumwipfel schaukeln,
und drinnen die leuchtenden Augen des Kindes.

Sie saßen beim Kerzenlichte,
das Kind in der Mutter beschützenden Arm,
es andächtig lauschte der Weihnachtsgeschichte,
verschwunden war Kummer und Harm.

Ich öffne das Fenster zur Stille,
heute, zur nächtlichen Stund`,
ein Schwirren, ein Klirren empfängt mich,
ein Hämmern ein Pochen aus riesigem Schlund.

Wo bist Du? Fenster zur Stille?
Wo warst Du? Zu welcher Zeit?
Öffne Dich Fenster zur Stille!
Zur Zeit der Besinnlichkeit!

Die Antwort geht unter in schmerzlichen Lauten,
versinkt im Dunkel der Nacht,
ringsherum düster die steinernen Bauten,
ein einsamer Wanderer lacht.

Die Äste wie Krallen gen Himmel sich heben,
gespenstisch erscheint mir des Nachbarn Baum,
in meiner Brust verspür ich ein Beben.
Das Fenster zur Stille – war nur ein Traum?

© Edith Maria Bürger



Die Zeit...

Bist du bereit für die Zeit ?
Die Zeit der Besinnlichkeit ?
Kriege zu führen auf dieser Welt ?
Die Jagd nach dem Geld ?
Hass wird gesät -
ist es zu spät ?
Für die Zeit ?
Gedankenloses Leben ?
Nur vorwärts streben ?
Geduld zu üben jederzeit ?
Tugendhaftes Verhalten ?
Können das nur noch die Alten ?
Die Zeit....
Nächstenliebe ? Spott und Neid ?
Verzweiflung ? Angst ? Barmherzigkeit ?
Die Zeit
Nur Kinderaugen noch bereit zu Freude  
in der Weihnachtszeit ?
Müssen wir suchen,
um das zu verbuchen ?
Nur ein Hauch von Glückseligkeit
in dieser Zeit ?

© Edith Maria Bürger


Weihnachtsgedanken

Und wieder wächst das Bild
in meinen Gedanken,
übermalt die Stimmung der Zeit.
Abgelöst von harten Lauten
übertönt es das heimliche Rufen nach Stille, Einkehr.
Auch du könntest vor diesem Stall stehen,
in eisiger Kälte verharren, in dieses Fenster schauen
und nur dieses Licht, diese Wärme empfangend
heimwärts ziehen, in Demut dich beugen,
dem Fest der Liebe,
wenn du glaubst.

© Edith Maria Bürger


Zeit des Begreifens

Weißbedeckte Harfen singen
aus den Himmeln zärtlich tönend
stimmen ein zur inneren Ruh`.
Besinnend auf das Kind
das für dich auf Stroh geboren.
Begreifend
dass dein weiches Lager
dir Schmerz zufügt obwohl
du nie das Kreuz getragen.
Erkennend dankend feierlich
dass die Geburt des Kindes
ein Sinnbild allen Lebens ist.

© Edith Maria Bürger  






Abschied

Ein letztes Mal ist wie Abschied nehmen,
gleich welches Tun wir damit verbinden.
In der Reifezeit des Lebens, die viele Stationen beinhaltet,
die uns zu dem geformt haben, was wir sind.
Wehmütig ist der Blick zurück,  mit einem lachenden oder weinenden Auge.
Doch dieses Bewusstsein kann uns nur bestärken, neue, unbekannte Wege zu gehen.
Wenn wir zurückblicken, sind  schon einige Stationen für uns festgelegt worden.
Da gab es kleine und große Umwege.
Diese Wege mussten gegangen werden, um irgendwann zum selbstgesteckten Ziel zu kommen.
Sei es der letzte Tag im Kindergarten,
der letzte Tag in der Schule, das Studium oder  der Weg zum Arbeitsplatz,
den  wir Jahrzehnte gegangen oder gefahren sind.
Jedes Mal ist es ein Neubeginn, wenn wir bewusst diesen Tag erleben.
Die Trauer verfliegt, wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass wir das Alte zurücklassen,
um neu zu beginnen. In diesem Bewusstsein zu starten,  der für viele einen völlig
anderen Tages Rhythmus mit sich bringt.
Warum nicht einfach aufleben, dieses Geschenk anzunehmen, neu beginnen zu können?,
voraus gesetzt,  die Gesundheit lässt es zu.
Frei sein, die alten  Zwänge an den Nagel hängen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Der wirklich letzte Abschied kommt bestimmt, aber er ist nicht vorausschaubar, was uns vielleicht einen Neubeginn leichter machen würde.
Ist es nicht so, dass wir über diese Zeit gar nicht nachdenken, sondern weit von uns schieben?
Das  Jetzt  zählt, und unsere Zeit auf Erden, wäre nicht unsere Zeit, wenn wir uns nur fragen würden: Wie viel  Zeit bleibt uns noch? Wir blieben in einem Hemmschuh voller Zweifel stecken,
und nichts von dem, was wir noch gerne umsetzen möchten, bliebe auf der Strecke,
wenn wir sie nicht genießen, diese Zeit, mit allem,  was wir können und wollen.
Sich die kindliche Neugier bewahren, zu schauen, was es zu entdecken gibt, das Menschliche
sich zu eigen machen, umsetzen, das Miteinander zu stärken, sich die Hand reichen,
einfach nur so, um so Bereitschaft zu signalisieren, ich, wir sind da, für alle, die uns nahe stehen.
Dann ist ein Abschied, gleich in welcher Form, leichter zu gehen.

© Edith Maria Bürger
22. Juli 2018




Ich sollte jetzt...

Ich sollte jetzt gehen,
so lautlos,
wie der Sommer ging
und hinten im
heimelnden Hof
den Winkel besetzen,
wie ein Gefährt,
das mich jenseits bringt,
dort, wo das Blühen
den Himmel erreicht,
stiehlt sich die
Wehmut davon
und Ölbäume
salben das Herz.

(C) Edith Maria Bürger


Lied des Herbstes

Bald streift des Sommers Atemstoß,
ein letztes Mal die grünen Hügel,
und Ast um Ast verzweigt zum Floß,
treibt nun flussabwärts ohne Zügel.

Die hellen Tage sind schon sinkend,
schleichend kommt der Herbst mit Schatten,
und welken Blättern traurig winkend,
des Sommers Bläue zu bestatten.

Nun stellt die Sichel sich dem Korn,
die Traube füllt als Wein das Fass,
das letzte Reifen strebt nach vorn,
hängt leuchtend Rot im kühlen Nass.

Doch all dem Bunten überdrüssig,
bedient der Herbst sich seiner Zeit,
wirft alles ab, was überflüssig,
und hüllt sich in Verschwiegenheit.

Und steile Winde zieh`n von Osten,
sie kehren Flure weit und breit,
die sonst so grünen Lauben rosten,
schon bald, vor deiner Ewigkeit.

(C) Edith Maria Bürger



Sinnbild des Lebens

Sanft wiegende Gräser
zurückgelassen vom Sommer
von Herbststürmen gepeitscht
vom Eiseshauch des Winters geschmückt
standhaltend noch
wenn das Jahr sich dem Ende neigt
dem Ziel entgegen strebend
neu zu erblühen.

© Edith Maria Bürger





Weit entfernt singt Ewigkeit

Der Bach übt Sprünge
über Stock und Stein.
Der Sommer hat
ein Feuerwerk entzündet
aus gleißend hellen Nächten
springt die Zeit.
Wir sammeln ein das Bunte
das über uns entleert
von Händen die so sanft
gestreut.
Weit entfernt singt Ewigkeit
nimmt uns vorab
der Dinge Traurigkeit
und hütet unser Lächeln
in der Flüchtigkeit der Zeit.

© Edith Maria Bürger



Farben des Sommers

Leiser Wind umspielt das Brot des Sommers
prall gefüllt winkt es zur Ernte
sanft wiegen Blütenköpfe sich
trunken dem Sonnenlicht entgegen
die letzte Wärme ahnend
sinken sie bald seufzend nieder
hoffend auf uns
dieses Bildnis zu bewahren
wärmend im Herzen
vielleicht mahnend auch
zeigen sie
wenn graue Nebel über kühle Erde streifen
wird Dunkelheit nicht gleich zur Nacht.

© Edith Maria Bürger
aus meinem Buch: Leben ist...


Der Liebe willen

Ich bin, und dennoch bin ich nicht.
Ich bin nicht Wein, der in den Reben
sich in der Sonne Strahlen bricht,
und mit der Süße Kern im Schweben,

nach dem Genuss im heiteren Sinnen,
in mir ein fremdes Wesen schwingt,
das mich belächelt im Beginnen,
und mir die zweite Strophe singt.

Ich bin, und dennoch bin ich nicht.
Ich bin nicht Baum, der jedem Winde,
aus aller Richtung zeigt Gesicht,
und der im Schutze seiner Rinde,

der Stürme Abwehrketten stählt,
und des Blattes Fall im Träumen
den Weg des Unterholzes wählt,
um zarte Wurzeln zu umsäumen.

Ich bin, und dennoch bin ich Baum,
der in der Wurzel Nahrung sucht,
und der Äste Sonnen Traum,
der dieses Licht für sich verbucht.

Ich bin, und dennoch bin ich Wein,
der Trank der Liebe, der berauscht,
mit Sanftmut in des Herzens Keim,
der zarten Melodien lauscht,

und sich der Heiterkeit besinnt,
um sie im Seelenglück zu stillen,
das nie in Einsamkeit zerrinnt,
für uns, der Liebe willen.

© Edith Maria Bürger



Aufschrei nach innen

Gierige Blicke den letzten
Funken Wärme erhaschen
Kälte
fröstelnd auf der Haut.
Stille
Andacht ohne Vogelgesang.
Blumen schließen ihre Kelche zum Gebet.
Nacht
Aufschrei nach innen,
da keimt sie gut die Angst..
Der Mond zieht unbeeindruckt seine Bahnen.

© Edith Maria Bürger 21.08.1999



In Liebe

Viele Jahre ist es her,
da sagten wir uns ja.
Ich hab dich lieb
sprach einst mein Herz
als ich zum ersten Mal dich sah.
Geblieben sind die süßen Schmerzen
nach dieser langen Zeit
sie sind nur tiefer noch im Herzen
ich hoffe bis in Ewigkeit.

© Edith Maria Bürger
8.07.1994



Wandelbar

Gib mir die Mandel,
ich will  ihr Süße sein!
Die Zeit und wir im Wandel,
begleitend ohne heiligen Schein,

der von Bitternis zernagt,
ein Hauch nur in sich trägt,
der Glaube, der sich selbst vertagt,
und dennoch Göttliches erwägt,

lässt Äußeres nicht gelten.
Der Kern als solches hadert nicht,
mit sich und seinen Welten,
so zeigen wir uns selbst Gesicht,

mit weicher Hülle, wie die Mandel,
die geneigt ist jedem Wind,
dass  wir gerecht dem Wandel,
dem Kern die Süße sind.

© Edith Maria Bürger


Mantel der Liebe

Was wär' ich ohne dich,
ohne dieses Sehnen ?
Was wär' ohne dich,
ohne diese Wärme ?
Beschützend,
einem Mantel gleich,
geteilt mir dir,
gehen wir mit ihm
unseren Weg.
Verschlissen mag er sein,
nur äußerlich,
für andere Augen,
jedoch für uns -
in Dankbarkeit,
jahrzehnte lang getragen.

(C) Edith Maria Bürger


Die Hände deiner Mutter

Die Liebe einst zu dir,
sie damals liebevoll begann,
als du ganz zaghaft hast versucht,
anzuklopfen, irgendwann.
Ja, deine Mutterhände,
sie hatten zärtlich dich berührt,
so hattest du in dieser Zeit,
sehr viel Wärme schon verspürt.
Neun Monde ruhtest du,
von Dunkelheit umgeben,
wie in finsterer Nacht,
es ließ zum hellen Licht dich streben,
ehe sie`s gedacht.
Ach, wie war sie doch beglückt,
und ihre Hände hatten dich,
gleich an ihr Herz gedrückt.
Weißt du noch aus Kindertagen?
Sie stellte niemals große Fragen,
wenn du dabei warst zu verzagen,
und du oft traurig warst,
und hast geweint,
dann hatten ihre Hände,
mit deinen sich vereint.
Nicht nur mit Worten
sie zur Ruhe dich beschwörte,
das Streicheln ihrer Hände,
doch immer auch dazu gehörte.
Nun hängen deine Kinderschuh `,
als Zierde an der Wand,
erwachsen wurdest du im Nu,
doch sie hält weiterhin
beschützend über dich die Hand.
Ja, deine Mutterhände,
die nimmer wollen ruh`n,
dich immer still umwerben,
sie würden alles für dich tun.
Nicht nur mit ihrer starken Hand,
sie würde für dich sterben.

© Edith Maria Bürger


Auferstehung

Noch liegt die Erde brach
vermag nur kühl zu sein
noch nicht zu wärmen.
Mit jungfräulichem
Auferstehungsgefühl
den ersten Spross freigebend
ergreift sie von ihrer Zeit Besitz
und erweckt in uns neue Träume.

© Edith Maria Bürger  


Ende und Anfang

Schneewehen
zerfallen zu Tränen
im Rinnsal vereint
auf dem Weg in die
Vergänglichkeit.
Dazwischen
die Dürstenden
jeden Tropfen verschlingend
beschützen
Ende und Anfang zugleich
und die Zeit flieht nicht
vor dem Augenblick
des Erwachens.

© Edith Maria Bürger


Schwelbrand

Als sei ein Wort
untilgbar.
Lippen dürstend
im Morgengespinst.
Ein Flüsterton
verborgen im Strauch
von heimlicher Liebe
die scheinbar verraucht.
Wer weiß –
etwas Bleibendes
schwelt
in den Dornen.

(C) Edith Maria Bürger


Du bleibst in mir

Zum zweiten Mal
blüht der Rhododendron
inmitten der Fäulnis
mit Lust.
Maigrünes Blattwerk
umhüllt das zarte Rose`
das gen Himmel strebt
empfangend
jener Wärme Strahl
wie die Liebe die du
mir einst gegeben.
Ich sehe leuchten
dein Antlitz
das Nass meiner
Augen verjährt
und ich stehe vor offenen
Toren meines Traums
und liebe noch immer.

© Edith Maria Bürger


Erblüht

Längst sind die Rosen
im Verblühen,
des Sommers Zeit
dem Abschied nah,
in mir der Rose gleich
ein Glühen,
bewusst,
was mir geschah.
Das Sehen, Fühlen
und Gedenken –
das Warten hatte sich gelohnt-
kann mir nur einer schenken
nur Er,
der in mir wohnt.

© Edith Maria Bürger



Grenzland

Stille...

Zwischen den Zeiten
Dämmerung.
Verloren der Pfad
der Erinnerung.

Leichtfüßig war
dein Schritt auf ihm
und deinen Begegnungen
von denen ich aus
deinem Mund hörte.

Wenn unser Auge sich trifft
in deinem Gedächtnis
bin ich allein
im erkalteten Zimmer
das Türen aus Holz
zu Stein werden ließ
der dich bedeckt
bald
nach löblichem Singen.

(C) Edith Maria Bürger


Insel der Liebe

Stärker
als der verfügende
Verstand
drückt das rote
Siegel aufs Herz
ändert verschlüsselte
Zeichen
zum stummen Signal;
wir bleiben.

© Edith Maria Bürger


The day after
Gedanken zu Winnenden, Norwegen, München 22.7.2016

Schockgefroren ihre Glieder,
Verständnis, Achtung aufgehängt,
Choräle nun statt schöne Lieder,
des Menschen Seele angesengt.

Warum?, fragt sich des Menschen Geist,
der die Opfer still beweint,
die Trauer tiefe Wunden reißt,
der Schmerz sie stumm vereint.

Das Böse blühte in der Stille,
von niemandem bedacht.
Der mörderische Wille,
entstand nicht nur in einer Nacht.

Warum gab es nur taube Ohren,
Augen, Münder zugeschweißt?
Nun stehen wir verloren,
vor dem, was Tod verheißt.

Das Mahnen nun in unseren Köpfen,
es sollte nimmer ruh`n,
aus diesem Sinn zu schöpfen,
bereichert unser Tun.

Der, der sich im Hass vereist,
die Menschenwürde nie bedenkt,
der im Zorne sich verbeißt,
der wird auf falschem Pfad gelenkt.

Wer noch glaubt an Menschlichkeit,
und die Tugenden verehrt,
sie umsetzt auch in unserer Zeit,
verliert niemals an Wert!

© Edith Maria Bürger




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